Mein grösster Kritiker

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Es ist Anfang Juni. Die Prüfungen stehen an und nach mehreren Wochen Lernen bin ich froh, das alles nun endlich hinter mich zu bringen um danach den Sommer zu geniessen.

Es ist ein befreiendes Gefühl, nach der letzten Prüfung endlich den Raum zu verlassen. Man fühlt sich erleichtert und spürt, wie die Anspannung der letzten Wochen von einem abfällt. Der Gedanke an die Prüfungsergebnisse wird erst eimal verschoben, schliesslich stehen jetzt wichtigere Dinge auf dem Plan. Endlich Ferien.

Doch nach einigen Wochen möchte man es dann doch langsam wissen. Hat sich die ganze Mühe wenigstens gelohnt…? Die Uni-Seite lädt und mein Herz setzt für einen Moment aus. Ich spüre, wie meine Hände zittern. Und dann habe ich die Ergebnisse endlich schwarz auf weiss vor mir. Bestanden! Mein Herz schlägt schneller, Glücksgefühle überschwemmen meinen Körper. Ich könnte nicht glücklicher sein.

Die Ergebnisse sind sogar besser als gedacht. Wo ich vor den Prüfungen noch verzweifelt darüber nachgedacht habe, wie ich das nur schaffen soll, steht jetzt eine gute Note.

Und dann kommt der Austausch mit den Freundinnen. Hoffentlich haben sie auch bestanden… Doch darum geht es schon nicht mehr. Ich möchte mich messen können, wissen, ob meine Leistung wirklich so gut war, oder ob die Prüfung halt nur „einfach“ war.

Und schon sind meine Glücksgefühle wieder vorüber. Ich höre mich noch selbst, wie ich vor Tagen sagte, dass es mir hauptsächlich darum geht, die Prüfung zu bestehen und jetzt habe ich ein super Ergebnis erreicht – sogar besser als erwartet. Doch ich kann nicht zufrieden sein. Meine Freundin war wieder einmal noch ein Stückchen besser. Und ich ärgere mich selbst darüber, dass es mich ärgert!

Warum kann ich nicht zufrieden sein? Andere wären sicher froh, wenn sie mein Ergebnis hätten. Irgendwie ist mir das auch bewusst. Doch trotzdem kann ich mich nicht richtig freuen. Ich möchte besser sein, besser als sie, besser als andere.

Und das betrifft nicht nur das Studium. Oft erwische ich mich dabei, wie ich andere Mädchen begutachte, mich vergleiche. Warum kann ich nicht auch solche Muskeln haben? Wieso sehen ihre Haare so viel schöner aus als meine?

Und geht es nicht vielen Leuten auch so?

Anstatt uns bewusst zu werden und sich darüber zu freuen, was wir haben, machen wir uns Gedanken darüber, was wir eben nicht haben. Was die anderen haben. Was uns fehlt.

Doch diese ständigen Selbstzweifel sind mühsam. Und sie sind schädlich. Sie behindern uns dabei, unser Bestes zu geben. Wenn wir uns ständig einreden, dass wir nicht gut genug sind, dass andere besser sind, dann stehen wir uns selbst im Weg.

Im Internet finden sich endlos viele Tipps, was man gegen Selbstzweifel tun kann. Und etwas einfaches, was wirklich jeder zu Hause tun kann, möchte ich euch hier ans Herz legen.

Nehmt euch doch gleich heute Abend vor dem Schlafengehen fünf Minuten Zeit und zählt fünf Dinge auf, auf die ihr stolz seid, die ihr gut könnt oder für die ihr ganz einfach dankbar seid. Das können die kleinsten Dinge sein! Am besten schreibt ihr sie für euch auf. Das macht ihr für die nächsten sieben Tage. Wenn ihr nun mal wieder an den Punkt kommt, an dem ihr unzufrieden seid mit euch selbst – lest die Liste durch und haltet euch selbst vor Augen, was für Talente ihr habt und welche Dinge euer Leben bereichern. Richtet eure Aufmerksamkeit auf das Positive – und nicht auf das, was ihr (eurer Meinung nach) nicht könnt.

Denn eure grössten Kritiker seid allein ihr selbst. ♥

 

Geht es euch genauso wie mir? Denkt ihr auch manchmal, dass alle anderen besser sind? Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Gedanken hier ↓ mit mir teilt 🙂

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