Ehrliche Absage

Letzte Woche entdeckte ich in der Zeitung einen Bericht über einen kleinen Jungen, der sich wahnsinnig auf seinen neunten Geburtstag freute und zur Feier ein paar Freunde eingeladen hatte. Doch als sein grosser Tag dann endlich gekommen war, sass er allein am Tisch – niemand kam um mit ihm zu Feiern.

Als ich diesen Artikel las, brach mir fast das Herz. Wie traurig muss der kleine Junge gewesen sein und wie muss er sich wohl gefühlt haben?…

Und dann habe ich angefangen darüber nachzudenken. Ich frage mich, was für Gründe die anderen Kinder wohl gehabt haben, dass sie nicht gekommen sind. Was kann in dem Alter wichtiger sein, als eine Feier inklusive Pizza und Süssigkeiten? Irgendwie unverständlich… vielleicht ein Einzelfall?

Doch wenn ich ehrlich bin, kenne ich ähnliche Situationen nur zu gut.

Teilnahme – vielleicht

Eine Veranstaltungseinladung von Freunden auf Facebook – ich drücke „vielleicht“. Eine Geburtstagseinladung per Whatsapp – ich sage, dass ich noch nicht sicher sei. Doch in Wirklichkeit habe ich an dem Wochenende noch nichts vor. Aber es könnte ja sein, dass noch was dazwischen kommt. Eine andere Einladung. Vielleicht eine bessere?… Ich entscheide lieber spontan.

Durch Social Media ist es so viel einfacher geworden spontan zu sein. Wir können jederzeit checken „was so abgeht“, was andere heute Abend unternehmen. Wir sind flexibel, treffen unsere Entscheidung meist nach Lust und Laune und sind uns oft nicht bewusst darüber, was diese beim Gegenüber auslösen könnte.

Zu- und Absagen scheinen heute nicht mehr so wichtig zu sein. Wir entscheiden spontan, was uns gerade mehr zusagt. Diese Erfahrungen habe zumindest ich gemacht…

Ehrlichkeit

Natürlich muss das nicht auf jeden zutreffen. Auch ich bin (glücklicherweise) schon zuverlässigeren Menschen über den Weg gelaufen. Oder möchte ich sagen – ehrlicheren?

Die Mutter des Jungen aus dem Zeitungsartikel sagte, sie wäre einfach froh gewesen, wenn die eingeladenen Kinder bzw. ihre Eltern vorher abgesagt hätten, denn dann hätte sie ihrem Sohn diese Enttäuschung ersparen können. Und genau das ist der springende Punkt – die ehrliche Absage.

Wir müssen nicht auf jeder Feier gleichzeitig tanzen, eine Absage ist völlig in Ordnung. Aber nicht einfach nicht auftauchen. Denn dieses „nicht auftauchen“ ist so viel enttäuschender als eine ehrliche Absage. ♥

Ich hoffe ich konnte euch dazu anregen, etwas über das Thema nachzudenken. Falls ihr selbst schon einmal in einer ähnlichen Situation gewesen seid und eure Gedanken darüber gerne teilen würdet – immer her damit  🙂 ↓

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