Statistik – kein Grund zur Panik

„Du willst Psychologie studieren, bist du dir da sicher? Du weisst schon, dass das viel mit Statistik zu tun hat… und du warst doch nie wirklich gut in Mathe.“

Ich kann gar nicht zählen, wie oft ich diese Aussage vor meinem Studium gehört habe. Und auch heute fallen solche Kommentare oft, wenn ich nach meiner Studienrichtung gefragt werde.

Ja – ich war nicht gerade gut in Mathe 😀 ich hab’s versucht, fand sogar Gefallen an vielen Themen, aber leider waren meine Ergebnisse eher mittelmässig. Mein Mathelehrer warnte mich ebenfalls schonmal vor, dass ich lieber vorsichtig sein solle mit meiner Studienwahl. Statistik und so….

Schon 3 Jahre vor dem Studium war ich mir sicher – ich will Psychologie studieren. Doch so langsam fing ich dann doch an zu zweifeln. Wenn ja alle sagen, Statistik sei so schwierig – schaff ich das dann überhaupt an der Uni? Oder soll ich doch lieber an die Fachhochschule, wo der Schwerpunkt nicht so stark auf der Wissenschaft liegt? Meine Unsicherheit wurde immer grösser. Ich fing an, nach Alternativen zu suchen…

Die Entscheidung

Schliesslich schrieb ich mich dann doch ein – für Psychologie an der Uni. Und ich kann euch heute sagen, fast 2.5 Jahre später, dass ich es keinen Tag bereue!

Ich möchte jedem von euch, der das hier liest und vielleicht heimlich mit dem Gedanken spielt, Psychologie zu studieren und nur wegen Statistik mit sich hadert – Fangt an! Auch wenn Erfahrungen anderer Leute manchmal nützlich sein können, ihr müsst es selbst ausprobieren!

Mir ist klar, dass sich einige Leute schwerer tun mit Zahlen, Formeln und Grafiken – doch es ist machbar. Auch für jemand wie mich, bei dem der Mathelehrer seine Zweifel gleich direkt gesagt hat 😀 Meiner Meinung nach fängt man an der Uni komplett neu an. Es kommen so viele Menschen, mit ganz unterschiedlichem schulischen Hintergrund (niemand kann mir erzählen, dass alle am Ende der Schulzeit das gleiche Wissen haben, auch wenn das theoretisch der Sinn wäre :D) zusammen und es ist Aufgabe der Uni möglichst viele dort abzuholen. Natürlich ist es praktisch, wenn man beispielsweise schon einmal etwas von Matrizen gehört hat, aber uns wurde trotzdem alles noch einmal neu erklärt.

Ausserdem ist Statistik je nach Studienfach ziemlich unterschiedlich. Ich finde beispielsweise Statistik in Wirtschaftsfächern viiiel schwieriger als die bei uns in Psychologie! Mein Problem bei Mathe war oft das abstrakte, mit etwas zu rechnen das irgendwie nicht greifbar war. Und genau das ist in der „psychologischen“ Statistik anders. Es macht Sinn, warum der Verlauf einer Grafik so und so ist, da man Beispiele aus dem Alltag heranziehen kann.

Mittlerweile habe ich ehrlich gesagt sogar Spass an den Berechnungen, denn das ständige Auswendiglernen in Sozialpsychologie, Biopsychologie oder Entwicklungspsychologie wird irgendwann echt nervig… Da freut man sich über Abwechslung 🙂

Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg

Klingt vielleicht abgedroschen, stimmt aber meiner Meinung nach hier wirklich. Bei der Studienberatung vor meinem Studium wurde mir auch gesagt, wenn ich weiss für was ich lerne und mein Ziel vor Augen habe, dann schaff ich das auch mit der Statistik. Und genau das möchte ich hier jedem ans Herz legen. Lasst euch nicht von Vorurteilen vom Weg abbringen. Wer will, der kann auch 🙂 ♥

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